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In zahlreichen Büchern hat man sich mit Chakren - dem "Generatorsystem" unseres
Körpers - befaßt. Es ist nicht möglich, dem Umfang des Themas in nur einem Kapitel gerecht zu werden. Um die Bedeutung des Potentials von Reiki als Wegbereiter für persönliche/spirituelle
Weiterentwicklung verstehen zu können, erachten wir ein minimales Verständnis dieses Energiezentren als nützlich.
Wie bereits erwähnt, besteht unser physischer Körper aus verschiedenen unterschiedlich schwingenden
Energieformen. In unserem physischen (d.h. greifbaren) Körper gibt es zahlreiche Energiezentren von noch höheren Schwingungen, als die zuvor von der Wissenschaft beobachteten. Vor langer Zeit wurden diese
Zentren von Mystikern in verschiedenen Teilen der Welt beschrieben. Der Ausdruck 'Chakra' kommt aus dem Sanskrit und bedeutet "kreisförmige Bewegung". Die Übersetzung variiert, mal
"schnell wirbelnder Energiestrudel", mal "Rad".
Es scheint mehr als dreihundert dieser Energiezentren zu geben. Dieses Kapitel erläutert den Zusammenhang und
die Beziehung der Chakren zu Reiki und den Reiki-Einweihungen erläutern. Schwerpunkt wird auf die sieben Hauptchakren und die zwei Handchakren gelegt.
Nach der Empfängnis steht die Entwicklung des Zentralnervensystems im Mittelpunkt des Frühstadiums embryonalen
Wachstums. Durch das Zentralnervensystem erhält der Körper seine Lebenskraft. Die sieben Hauptchakren sind schnell schwingende Bewußtseinszentren oder Energiezentren, die in unmittelbarer Nähe des
Zentralnervensystems liegen. Diese Energiezentren können mit den Energiegeneratoren des heranwachsenden Organismus oder dem 'Plan des Lebens' [1] verglichen werden.
In ihrer Aufgabe als Umwandlungszentren transformieren die Chakren feinstoffliche Schwingungen in nervale, zelluläre und hormonelle Energien innerhalb des physischen Körpers. Die Kanäle oder feinen "Wege", die diesen Austausch geistiger und körperlicher Energie ermöglichen, nennt man 'Nadis'.
In verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen konnte inzwischen das Vorhandensein der Chakren bestätigt
werden. Als Folge hierauf beginnen die Wissenschaftler zunehmend anzuerkennen, was Mystiker bereits seit langem bezüglich ihrer Bedeutung und Beziehung zu physiologischen Vorgängen lehren. Funktionsstörungen
im Bereich der Chakren oder Nadis zeigen sich unmittelbar als pathologische Erscheinungen des Nerven-/Hormonsystems, welche wiederum den gesamten Körper/Geist beeinflussen.
Die körperlichen, geistigen und spirituellen Aspekte des Körpers arbeiten zusammen und sind eng miteinander
verbunden. Daher ist es wichtig, zu bedenken, daß sich jede Funktionsstörung auf physiologischer Ebene immer auch, in gewissem Ausmaß, auf den feinstofflicheren Ebenen widerspiegelt.
Die folgende Information ist eine kurze Zusammenfassung der Wirkungsweise der Chakren in emotioneller,
geistiger, physiologischer und spiritueller Hinsicht. Diese Erklärung erleichtert Dein Verständnis der Aktivierung von Reiki in den Händen und die Bedeutung des Vorganges der Reiki-Einweihung.
Die sieben Hauptchakren stehen im Zusammenhang mit vielen Vorgängen und Eigenschaften. In diesem Buch werden
wir uns nur mit den für unser Anliegen Bedeutenden befassen. Der wichtigste Zusammenhang besteht mit den endokrinen Drüsen. Das endokrine System steuert die Hormonversorgung und -sekretion ins Blut.
Diese Sekretionen bestimmen die Wachstumsrate, sexuelle Entwicklung und zahlreiche physiologische Vorgänge.
Die Chakren haben ferner zu ihnen gehörende Organe, Eigenschaften oder Gefühle [2], Farben
und Elemente. Die Information bezüglich der Chakren variiert, aber wir müssen beachten, daß es verschiedene, ineinander verschachtelte Ebenen gibt, dieses Thema zu behandeln. Wir bleiben hier nur an der
Oberfläche eines gewaltigen und fein ausgeklügelten Systemes.
Wurzel-Chakra
Das erste Chakra liegt auf der Höhe des Steißbeins (Basis der Wirbelsäule) und wird auch als Basis- oder
Wurzel-Chakra bezeichnet. Dieses Chakra steht in Verbindung mit den Nieren und den Nebennierendrüsen. Das zugehörige Element ist 'Erde'. Die Emotion oder "Qualität", die mit diesem Chakra einhergeht,
ist das Gefühl der Angst.
Es ist an dieser Stelle von Bedeutung, zu verstehen, daß die Chakren Sitz der Bewußtheit sind, durch welche
wir uns ausdrücken. Vielleicht sollten wir sagen - im Idealfall drücken wir uns durch sie aus, zumeist aber beschränken wir uns bewußt oder unbewußt auf nur einige dieser Zentren.
Während der ersten sieben Jahre unserer Entwicklung kommunizieren wir hauptsächlich durch dieses
Bewußtheitsportal. Unser Hauptinteresse gilt dem Gefüttert- und Umsorgtwerden, dem Wechseln unserer Windeln und grundlegendem Überleben. Daher wird das Wurzel-Chakra auch häufig als
"Überlebens-Chakra" bezeichnet.
Im Erwachsenenalter fahren wir fort, uns weiterhin auf gesunde Art durch diesen Sitz der Bewußtheit
auszudrücken, wir sind bodenständige Menschen (hier ist die Verbindung zum Erdelement). Wir sind hochmotiviert, weil Angst unseren 'Flucht-oder-Angriff'-Mechanismus im Bedarfsfall aktiviert und uns den
nötigen Antrieb verleiht. Wir können unseren Standpunkt in der materiellen Welt gut einschätzen und fühlen uns sicher.
Eingeschränkter Ausdruck durch das Wurzel-Chakra zeigt sich oft in Unsicherheit im Umgang mit der materiellen
Welt. Gewaltsames oder habsüchtiges Verhalten kann die Folge sein. Die Person hat im allgemeinen das Gefühl, "den Boden unter den Füßen zu verlieren", und alle/s im Umfeld richtet sich gegen sie,
oder sie hält sich einfach fern von ihr.
Sexual-Chakra
Zwischen dem siebten und ungefähr vierzehnten Lebensjahr beginnen wir, unseren sinnlichen/sexuellen Körper zu
entdecken. Ein neues Bewußtsein für unseren physischen Körper und unsere Individualität entwickelt sich gemeinsam mit unserer Phantasie und Kreativität.
Dieses Chakra steht in Verbindung zur Yin [3]-Eigenschaft der Nieren, der Eierstöcke bei
Frauen und der Hoden und Prostata bei Männern. Das zugehörige Element ist Wasser (die Essenz des Lebens), und es beeinflußt den Strom der Körperflüssigkeiten wie Blut, Urin, Lymphe, usw..
Eine Person, bei der dieses Chakra ausgeglichen ist, hat eine gesunde Körperwahrnehmung und einen hohen Grad an
Selbst-Liebe und Selbstwertgefühl. Sie hat eine gesunde Achtung und Beziehung zur eigenen Sexualität und deren Ausdruck und erlebt daher das Gefühl starker Freude.
Leider drücken sich nur wenige von uns auf natürliche Art durch diesen Sitz der Bewußtheit aus. Zu Beginn des
Zeitraumes, in dem sich unser Sexual-Chakra entwickelt, wurde uns gesagt, "Du bist jetzt groß, Du solltest nicht ohne Kleidung herumlaufen" (d.h. Masken sind notwendig, und es gibt einen Grund, Dich
zu verstecken), "Faß' Dich nicht an/Spiel' nicht mit Dir", usw. Junge Frauen erfuhren vom "Unsegen" und allen möglichen entsetzlichen Schwierigkeiten weiblichen Daseins. Jungen
Männern wurde selten genug beigebracht, wie die Angst vor dem Mysterium 'Frau' gelindert werden kann.
Inzucht, Kindesmißhandlung und Berührungsentzug sind traurige Fakten im Leben vieler. Wenn wir in Bezug auf
unseren physischen/sinnlichen Körper negativ konditioniert werden, lernen wir schnell, unsere Sensitivität für unseren Körper zu drosseln. Wir hören auf, uns durch dieses Chakra darzustellen, weil es
gesellschaftlich "nicht akzeptabel" und uns unangenehm ist. Wenn wir dies tun, wird es uns sehr wahrscheinlich nicht möglich sein, sexuelle Freude zu erleben oder sinnlich und kreativ zu sein.
Unweigerlich spiegelt sich das Gefühl von Unzulänglichkeit in diesem Gebiet in besitzergreifenden, eifersüchtigen Charakterzügen wider.
Ovarialcysten/-tumore, Brustprobleme (sie stehen in Verbindung mit dem Fortpflanzungssystem), Sterilität,
Impotenz, prä-menstruelles Syndrom, zwanghaftes/unkontrollierbares sexuelles Verhalten und andere können alles Zeichen darstellen, daß wir auf irgendeiner Ebene beschlossen haben, aufzuhören, uns auf
natürliche Weise durch das Sexual-Chakra auszudrücken.
Mangelnde Selbstdarstellung in diesem Bereich bildet die Basis für die Mehrheit unserer krankhaften Vorgänge im
Leben. Wenn wir unseren physischen Körper zurückweisen, lehnen wir uns selbst ab. Selbstablehnung schwächt das Immunsystem. Die Verneinung unserer Sinnlichkeit/Sexualität vermindert unsere Lebenskraft. Wir
kommen nicht in Kontakt mit unserer angeborenen Fähigkeit zu Freude oder limitieren sie zumindest dramatisch.
Solarplexus-Chakra
Im Alter von vierzehn Jahren kommen wir in eine Phase, in der wir das Gespür für persönliche Stärken (im
positiven Sinne) und die Fähigkeit zur Verwirklichung unserer Träume entwickeln. Weil viele von uns bereits große Schwierigkeiten mit der Entwicklung der ersten beiden Chakren hatten, ist zu dieser Zeit
unsere Wahrnehmung für persönliche Stärken häufig verzerrt, eingeschränkt oder nicht vorhanden.
Das Solarplexus-Chakra steht in Verbindung mit dem Magen (Verdauung), der Milz (Abbau und Reinigung des
Blutes), der Bauchspeicheldrüse (Absonderung von Verdauungssäften, Pancreatin und Insulin), der Leber (Gallenproduktion und Abbau von Kohlenhydraten zu Energie/Glykogen) und der Gallenblase (Gallenspeicher).
In diesen Organen findet unsere Verdauung und Aufnahme statt, nicht nur von Nahrung, sondern auch von Emotionen.
Wenn ein gesunder Organismus den Vorgang von Verdauung und Nahrungsaufnahme beendet hat, geht er zum
organischen Prozeß über, Emotionen zu verarbeiten. Wir nehmen fälschlicherweise an, daß Magenknurren bedeutet, essen zu müssen. Magenknurren oder Bauchgrummeln sind Anzeichen der Peristaltik (Muskelbewegungen
der Verdauungsorgane und des Darms), welche die Ausscheidung von Abfallstoffen fördert. Peristaltik bedeutet häufig auch Synthese auf emotioneller Ebene.
Wir durchlaufen alle Phasen, in denen wir verstimmt sind und als unsere Verarbeitungsstrategie entweder
Vollstopfen oder Hungern wählen. Hierdurch behindern wir in Wirklichkeit nur den natürlichen Vorgang der Verarbeitung unserer Gefühle. Wir bekommen Durchfall - als Mitgefühl, den Boden unter unseren Füßen
zu verlieren -, oder wir leiden an Verstopfung - was unsere Unsicherheit und unser Bedürfnis widerspiegelt, an Altem und Bekanntem festzuhalten, auch wenn es noch so unangenehm sein mag.
Wut (Ärger) ist die zu diesem Chakra gehörende Emotion. Da nur wenige von uns Zugang zu unseren persönlichen
Stärken haben, gibt es häufig zuviel Wut (sei es, daß wir sie nach außen zeigen, unterdrücken oder auf unseren "nörgelnden" Partner projizieren). Zum Zeitpunkt der Entwicklung des Solarplexus-Chakras
sind die meisten von uns bereits Kandidaten für Magengeschwüre, Leberkrebs, Hypoglykämie, Verdauungsprobleme oder eine Kombination dieser.
Wenn wir in gesundem Maße in unserer Mitte stehen und uns durch dieses Chakra darstellen, besitzen wir großes
Selbstvertrauen und die natürliche Fähigkeit, Fülle auf allen Ebenen zu erleben. Das Solarplexus-Chakra ist mit der Leber verknüpft, welche nach metaphysischer Sicht der Sitz der Seele ist. Dort beginnen wir
eine gesunde Beziehung zu unserem Selbst, was sich in unserem Umgang mit unserer Umwelt zeigt.
Wer sich auf der Ebene des dritten Chakras abmüht, kann ein verzerrtes, überhebliches Selbstbild (Ego) haben,
um seine Unsicherheit über seine Rolle in Beziehung zur Außenwelt zu kaschieren. Eine andere Methode des Verarbeitens der Unfähigkeit, sich durch diesen Sitz der Bewußtheit ausdrücken zu können, ist,
sich nach innen zu kehren. Wir fressen alles in uns hinein wie bei einer Zeitbombe und leben wahrscheinlich in einer abweisenden Umgebung, welche lediglich das Durcheinander unserer Psyche spiegelt.
Das zum Solarplexus-Chakra gehörende Element ist Feuer. Feuer steht für Umwandlung. Beim Nichtbeachten kann es
schädigend werden und außer Kontrolle geraten (übermäßig/heftig) oder einfach ersticken (unzulänglich/unmotiviert).
Herz-Chakra
Da die Grundeigenschaft des Herz-Chakras Selbst-Liebe ist, entspricht es dem Chakra, durch das viele von uns
eine Menge Probleme haben, sich auszudrücken.
Das Herz-Chakra wird als Sitz der Balance im Körper gesehen. Es steht nicht nur mit dem Herzen in Verbindung,
sondern auch mit den Lungen und der Thymusdrüse (Immunsystem). Das zugehörige Element ist Luft.
Das Herz-Chakra ist die Basis für unsere Lebenskraft - unserer Atmung. Durch die Atmung bewegt sich der
Brustkorb und massiert als Folge die unter ihm liegenden lebenswichtigen Organe. Dieses Massieren hat einen direkten Einfluß darauf, wie gut oder schlecht unsere Verdauungs- und Aufnahmevorgänge funktionieren.
Also, was machen wir? Wenn wir verärgert sind, finden wir viele Wege, das Verarbeiten unserer Emotionen zu
vermeiden. Wir werden Kettenraucher - eine wundervolle Art, die Funktionskraft unserer Lungen zu reduzieren und eine wirkungsvolle Möglichkeit, Gefühle zu unterdrücken. Eine andere Methode ist, die Luft
anzuhalten oder flach zu atmen. Wir sind alle große Spezialisten in der Kunst des Nicht-Atmens. Wenn man bedenkt, daß dieser Vorgang uns am Leben erhält, ist es in der Tat verwunderlich, daß die
wenigsten von uns nie gelernt haben, ihn richtig auszuführen.
Wer zur obigen Kategorie gehört, ist ein klassischer Kandidat für Lungenkrebs, Lungenentzündung (Wasser/Tränen
in der Lunge), Herzerkrankungen, usw.
In der Armee wurden Männer geschult, die "korrekte" Haltung einzunehmen - Kopf hoch, Schultern zurück. Das
ist ein ausgezeichneter Weg, das Herzzentrum zu panzern, um zu vermeiden, daß beim Betreten des Schlachtfeldes Gefühle aufkommen. Leider sind viele von uns in dieser Weise auch zu Hause oder in der
Schule erzogen worden. Brustimplantationen stellen eine weitere gute Möglichkeit dar, das Herz-Chakra abzuschirmen und zudem sehr erfolgreich den Energiefluß durch den Körper zu unterbinden. Die meisten
Menschen sind richtige Experten im Vermeiden des Aus-dem-Herzen-Sprechens.
Ein herzliches Lachen oder Lächeln stärkt die Thymusdrüse in physiologischer Hinsicht. Wenn wir mit unserer
Freude in Verbindung stehen, wird unser Immunsystem gestärkt. Die Verbindung zwischen einem gesunden Immunsystem und Selbst-Liebe ist eindeutig. Betrachten wir die Anzahl von Erkrankungen des Immunsystems
in unserer heutigen Gesellschaft, ist dieses ein Indikator für ein unterentwickeltes Herz-Chakra, das so viele Menschen haben.
Kennst Du das Gefühl des Verliebtseins? Plötzlich scheint alles zu funktionieren, Du bist mit Dir selbst
zufriedener und kannst Dich dieser Person gegenüber äußern wie bei niemand anderem zuvor. Selbst Deine gesundheitlichen Probleme scheinen wie weggeblasen! Wenn wir mit dieser besonderen Person zusammen
sind, fühlen wir uns kreativer, intelligenter, schöner.
Wir verbringen viel Zeit mit Verlieben und mit der Suche nach jemanden, in den man sich verlieben könnte. Wir
mögen verliebt sein in die Kreativität, den Intellekt, die Kommunikationsfähigkeit oder die Schönheit der Person. Was auch immer es ist, das uns zu dieser Person hinzieht (bewußt oder unbewußt), es ist ein
Aspekt von uns selbst, den wir in diesem Menschen reflektiert sehen. Sind wir mit ihm oder ihr zusammen, erweitert sich unser Herz-Chakra und wird dynamischer. Als Folge gestatten wir uns, das Besondere
in uns selbst zu beobachten.
Zuerst kommt ein Gefühl von Glückseligkeit und Freude auf, da wir uns durch die Augen der geliebten Person
sehen und Selbst-Liebe zulassen. Traurigerweise sind wir meist so sehr gewöhnt, unsere Verantwortung abzugeben (Unterfunktion des Solarplexus-Chakra), daß wir jetzt fortfahren, auf unsere Geliebten zu
übertragen, was uns als außergewöhnlich darstellt, und uns weigern, diese außergewöhnliche Eigenschaft selbst anzunehmen. Mit der Folge, daß wir desillusioniert mit ihm/ihr werden und nicht mehr verliebt
sind.
Daß unsere Liebes-Fähigkeit an Bedingungen geknüpft ist, liegt begründet darin, daß wir die andere Person
benötigen, um uns selbst zu etwas Besonderem zu machen. Wie kannst Du glauben, ehrlich zu sein, wenn Du jemandem sagst "Ich liebe Dich", und noch nicht einmal weißt, wie Du Dich selbst lieben kannst?
Was wir in Wirklichkeit meinen, ist "Ich liebe Dich ... weil ich michdurchDich in einer bestimmten Art und Weise fühle", "Du hast Kontrolle über meine Gefühlslage". Wir
geben unsere Verantwortung ab und setzen unsere Partner immens unter Druck, unsere emotionelle Stabilität zu verwalten. Dieses säet die Saat für "Enttäuschung" (einen Ausdruck, den wir oft
anstatt Wut benutzen).
Diejenigen unter uns, die sich entschlossen haben, "selbstlos" zu arbeiten und sich zu versklaven, um die
Familie glücklich zu machen oder die Welt zu retten, könnten irregeleitet werden. Das Beste, das wir für die Welt tun können, ist wahrscheinlich, zu beginnen, uns durch unser Herz-Chakra auszudrücken -
uns selbst zu lieben. Wenn wir, als Mikrokosmos, interne Kämpfe mit unserem Selbst austragen, können wir unmöglich erwarten, daß der Makrokosmos Frieden und Einigkeit reflektiert. Wir werden nicht
glaubwürdig erscheinen, es zu unserer Berufung machen, die Welt "in Ordnung zu bringen", wenn wir nicht gleichzeitig daran arbeiten, unsere Beziehung mit uns selbst zu heilen.
Sollten wir uns idealerweise mittels unseres Herz-Chakras ausdrücken und ein gutes Verhältnis zum Selbst haben,
erhöht sich die Möglichkeit, daß auch die anderen Chakren dynamisch und gesund sind. Das Herz als Sitz der Balance im Körper macht Selbst-Liebe zur Schlüsselfunktion für ein gesundes Chakra-System.
Liebst Du Dich und verliebst Dich dann in eine andere Person, steigen die Chancen auf eine gesunde und
dauerhafte Beziehung. Die zusätzliche Erweiterung Deines Herz-Chakras wird der Energiefluß zu den anderen Chakren anregen. Wir "verlieben uns" und bringen die Energie zum Verarbeiten in unser
Solarplexus-Chakra. Im Idealfall fließt die Energie weiter zum Sexual-Chakra, damit wir uns sinnlich/sexuell unserem Geliebten gegenüber äußern können. Erlauben wir den Energiefluß weiter zum
Wurzel-Chakra, werden wir zusammen Wurzeln schlagen (Element Erde), heiraten, Kinder bekommen, und was sonst noch dazu gehört.
Unsere innere Einstellung uns selbst gegenüber zeigt sich häufig in den Leuten, die wir in unser Leben
anziehen. Wir müssen uns nur richtig umschauen, um wahrzunehmen, was wir wirklich möchten. Es spiegelt sich in dem, was wir bereits besitzen. Wenn Du mit dem Kommentar den Kopf schüttelst
"Ausgeschlossen, das ist das Allerwenigste, was ich möchte", kannst Du davon ausgehen, ein Teil in Dir glaubt, daß Du dieses momentan verdienst und brauchst. Schauen wir uns unsere Wirklichkeit
aus dieser Perspektive an, gibt es sicher genug Anstoß, eine liebende Beziehung zu sich selber aufzubauen.
Hals-Chakra
Das Hals-Chakra steht in Verbindung mit der Schilddrüse (Bildung von Thyroxin, einem Hormon, das die
Stoffwechselrate reguliert und somit Wachstum und Entwicklung beeinflußt), den Nebenschilddrüsen (Produktion von Hormonen zur Steuerung des Calcium- und Phosphorstoffwechsels) und dem Hypothalamus
(Temperaturregulation). [Letztere Drüse wird manchmal auch dem Stirn-Chakra zugeordnet.]
Auf physiologischer Ebene zeigt sich eine Fehlfunktion der erwähnten Organe und Drüsen, wenn dieses Chakra
nicht gleichmäßig entwickelt ist. Eine Folgeerscheinung könnte eine Schilddrüsenunterfunktion sein, was sich in einer langsamen Stoffwechselrate und Gewichtsproblemen äußert. Auch das Gegenteil kann auftreten,
eine Überfunktion der Schilddrüse.
Unausgeglichenheit auf dieser Ebene zeigt sich in der Unfähigkeit, sich verbal ausdrücken oder gut
kommunizieren zu können. Wenn es uns schwer fällt, unser tiefstes inneres Wissen, unsere Gedanken und Gefühle zu äußern, könnte dies darauf hinweisen, daß wir diesem Chakra mehr Beachtung schenken
sollten.
Dichter, Redner und Sänger sind Beispiele aus dem Gebiet schöpferischer Menschen, bei denen dieses Chakra im
Mittelpunkt steht. Es gibt kein greifbares Element, das mit diesem Chakra in Verbindung gebracht werden kann. Vielmehr macht die Vereinigung der ersten vier Chakren es stark.
Eine in diesem Chakra wahrlich ausgeglichene Person wird keine intellektuell oder emotionell programmierten
Meinungen äußern, sondern vom Standpunkt des Wissens und tiefer innerer Wahrheit sprechen.
Stirn-Chakra
Auf der Ebene des sechsten Chakras ("Drittes Auge") projizieren wir unsere Träume nach außen und
manifestieren sie auf physischer Ebene. Es ist Sitz unserer Intuition, Einsicht und Kreativität. Hier beginnen wir, Fragen des Geistes zu stellen sowie unsere Existenz und unsere Wechselbeziehung mit dem
Universum zu hinterfragen.
Die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) wird mit diesem Chakra assoziiert. Sie wird mit einem Dirigenten verglichen,
der das gesamte Zusammenspiel aller anderen Drüsen koordiniert. Direkt oder indirekt reguliert diese Drüse die Mehrzahl der Körpergrundfunktionen.
Wenn wir "engstirnig" sind oder uns nur nach außen auf materielle Aspekte des Lebens konzentrieren,
vermeiden wir, uns durch dieses Chakra auszudrücken. Wir können unter Augenproblemen (nicht die Wahrheit sehen wollen) oder schweren Kopfschmerzen leiden. Wir glauben nur an das, was wir mit unseren
eigenen fünf Sinnen erleben können, und haben wahrscheinlich obendrein unsere Wahrnehmungsfähigkeit mit diesen gedrosselt [4]. Das bedeutet, daß die unteren Chakren
wahrscheinlich auch unterentwickelt sind.
Scheitel-Chakra
Im Scheitel-Chakra erleben wir die Verbindung von Himmel und Erde. Auf dieser Ebene trifft unser Höheres Selbst
oder unser Innerer Funke (welcher Ausdruck auch immer eine Bedeutung für Dich haben mag) auf die Außenwelt. Wenn Du in diesem Chakra ausgeglichen und zentriert bist, spiegelt sich das eine in dem anderen.
Die Anwesenheit des Göttlichen und das Göttliche im Selbst werden erlebt.
Footnotes
[1] Siehe auch Kapitel 2 & 12 für weitere Erläuterungen
[2] Die fünf Grundgefühle - Angst, Freude, Trauer, Traurigkeit und Wut/Ärger (wenngleich
in unserer Gesellschaft mit diversen negativen Assozierungen in Verbindung gebracht) - sind normale Emotionen und für das gesunde Funktionieren unseres Organismus von
Bedeutung. Nur wenn eine dieser Emotionen entweder zu stark oder zu schwach ist, ist sie schädlich.Wut, beispielsweise, beeinflußt die Motivation und nährt die Leber. Wenn wir
versuchen, die Emotion 'Wut' loszuwerden, verlieren wir unsere Motivation und unsere Fähigkeit, zu arbeiten und mit unserer Umgebung in gesunder, produktiver Weise umzugehen. Ein Beispiel: Wenn Dein Kind
gerade dabei ist, vor ein fahrendes Fahrzeug zu laufen, brauchst Du die Kraft der Wut, um seine Aufmerksamkeit zum Stehenbleiben zu bewegen. Wenn wir ein Defizit im Bereich der
'Wutenergie' haben, spiegelt sich dieses in einer Unterfunktionsstörung von Leber und Gallenblase. Das wird unweigerlich eine Kettenreaktion in allen anderen Organen zur Folge haben.
[3] Yin/Yang - siehe Kapitel 12 zur näheren Erläuterung dieser Begriffe
[4] Das erste (Wurzel-)Chakra steht in Verbindung zum Geruchssinn.Das zweite
(Sexual-)Chakra steht in Verbindung zum Geschmackssinn.
Das dritte (Solarplexus-)Chakra steht in Verbindung zum Sehen.
Das vierte (Herz-)Chakra steht in Verbindung zum Gefühlssinn (das Herz wird in den Handflächen reflektiert).
Das fünfte (Hals-)Chakra steht in Verbindung zum Hören.
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